Ein Wohnungsbrand kann Sie in vielerlei Hinsicht aus der Bahn werfen. So haben Sie nicht nur mit den Schäden am Brandherd zu kämpfen, sondern mit Folgeschäden im ganzen Haus. Ruß, Staub und Löschmittel lagern sich an Wänden, Decken und Fassaden ab, unangenehmer Brandgeruch dringt tief in Teppiche, Möbel und Baumaterialien ein.
Zudem werden Bausubstanz und Inneneinrichtung durch Hitze und Flammen stark beschädigt oder zerstört. Um Folgeschäden zu vermeiden und Ihr Zuhause schnell wieder bewohnbar zu machen, ist eine umfassende und fachgerechte Brandschadensanierung unerlässlich. Erfahren Sie, wie Sie in einem solchen Fall vorgehen und wofür Ihre Versicherung aufkommt.
Laut Statista wurden 2002 bis 2023 die meisten Brände im Haushalt durch Elektrizität ausgelöst, zum Beispiel durch veraltete oder defekte elektronische Geräte oder überlastete Mehrfachsteckdosen.
Neben Elektrobränden ist auch ein offenes Feuer eine häufige Brandursache: Schon ein kurzer Windzug kann ausreichen, um eine brennende Kerze umzustoßen und Gardinen oder andere Textilien zu entzünden – schnell steht die ganze Wohnung in Flammen.
Auch ein unvorsichtiger Umgang mit Feuerquellen, wie zum Beispiel Rauchen in der Wohnung, kann zu einem Brand führen. Und auch beim Kochen ist Vorsicht geboten: Wenn Sie Öle oder Fette über ihre Brenn- beziehungsweise Rauchpunkte erhitzen, besteht die Gefahr eines Fettbrandes.
Die erforderlichen Maßnahmen hängen vom Ausmaß des entstandenen Brandschadens ab. Im Folgenden erklären wir Ihnen die wichtigsten Sanierungsmaßnahmen, die nach einem Brandschaden notwendig sind:
Beseitigung von Brandspuren
Schon ein kleiner Brand kann erhebliche Schäden an Gebäude und Inventar verursachen. Für die gründliche Beseitigung von hartnäckigen Ruß- oder Schmauchspuren stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, wie zum Beispiel das Absaugen mit speziellen Filtrationssaugern, die selbst feinste Rußpartikel entfernen.
Aber auch chemische Reinigungsmethoden oder Desinfektionsverfahren kommen zum Einsatz. Metallische Gegenstände werden häufig in Tauchbädern gereinigt, entfettet und entrostet, Textilien chemisch gereinigt.
Löschwasserentsorgung
Auch Löschwasser und Löschmittel müssen nach dem Feuerwehreinsatz sicher abgepumpt und entsorgt werden, um Schäden für die Umwelt und die eigene Gesundheit auszuschließen. Der Grund: Löschwasser kann die Reste unverbrannter Stoffe, aber auch Ruß, Asche und gelöste oder auch feste Verbindungen aus dem Schwelprozess enthalten.
Außerdem bestehen Löschmittel aus Ammoniumphosphaten, die auf keinen Fall in die Kanalisation gelangen dürfen.
Entsorgung von Schutt, Schrott und Asche
Ein Wohnungsbrand hinterlässt oft tonnenweise verkohlten Schutt und Schrott, der mit giftigen Brandrückständen kontaminiert ist. Unter den Trümmern befinden sich aber oft auch materiell oder ideell wertvolle Gegenstände, die noch gerettet werden können – deshalb ist bei der Entsorgung schadstoffbelasteter Baustoffe besondere Sorgfalt geboten.
Geruchsneutralisation
Auch nach einer vollständigen Brandschadensanierung kann noch nach Jahren ein unangenehmer Brandgeruch in der Luft liegen. Ursache sind schädliche Aerosole, die beim Brand entstehen und tief in verschiedene Materialien eindringen. Besonders betroffen sind Teppichböden, Polstermöbel, Vorhänge sowie Dämmstoffe in Wänden und Decken.
Vor allem nach Schwelbränden von elektrischen Leitungen bleibt oft ein hartnäckiger Geruch nach verbranntem Kunststoff zurück. Ziel der Geruchsbeseitigung ist es, diese Rückstände dauerhaft zu entfernen. Dabei kommen verschiedene Verfahren wie Ozonierung, Kaltvernebelung oder chemische Geruchsabsorber zum Einsatz.
Beseitigung brandbedingter Gefahrstoffe
Moderne Häuser enthalten einen hohen Anteil verschiedener Kunststoffe – von PVC-Bodenbelägen über Hartschaumdämmungen bis hin zu Kunststofffenstern. Im Brandfall setzt Plastik gesundheitsschädliche Dioxine und Furane frei. Deshalb ist es besonders wichtig, verbannte Bauteile zu identifizieren und fachgerecht zu entsorgen, damit nach der Brandschadensanierung keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen auftreten.
Die eigentliche Brandschadensanierung
Nachdem die Brandstelle ausreichend gesichert und stabilisiert, der Brandschutt und Ruß entsorgt sowie alle Gegenstände und Oberflächen professionell getrocknet und gereinigt wurden, beginnt die eigentliche Brandsanierung des Hauses oder der betroffenen Gebäudeteile.
Je nach Schadensausmaß kann nach einem Brand ein Rückbau, eine Kernsanierung oder sogar eine Entkernung notwendig sein. Sie umfassen in der Regel jedoch die Entfernung von Ruß und Asche, die Reinigung aller Oberflächen sowie die Trocknung von Feuchtigkeits- und Wasserschäden. Hier können Maßnahmen wie das Entfernen von Decken und Wänden, Putzarbeiten, ein neuer Anstrich oder auch eine Fassadensanierung erforderlich werden. Gegebenenfalls wird auch die Sanierung der Elektroinstallation notwendig.
Die Kosten einer Brandsanierung sind immer individuell und hängen vom Ausmaß des Schadens ab. Während kleinere Sanierungen bereits ab 500 Euro möglich sind, können die Kosten bei großflächigen Bränden schnell auf 50.000 Euro und mehr ansteigen.
Auch die Dauer der Sanierungsarbeiten hängt davon ab, wie viele Räume und Teile Ihres Hauses vom Brand betroffen sind: Eine Brandsanierung nach einem kleinen Küchenbrand kann innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen sein. Stand jedoch ein Großteil des Gebäudes in Flammen, müssen Sie mit mehreren Monaten für die komplette Sanierung rechnen.
Für die Übernahme der Kosten der Schadensbeseitigung nach einem Wohnungsbrand sind in der Regel verschiedene Versicherungen zuständig:
Beachten Sie, dass die Versicherung nicht zahlt, wenn der Brand durch vorsätzliche Brandstiftung des Versicherungsnehmenden verursacht wurde – in diesem Fall müssen Sie die Kosten vollständig selbst tragen. Auch ohne Versicherung haften Sie in vollem Umfang und erhalten keine Entschädigung.
Damit es in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung gar nicht erst zu einem Brand kommt, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:
Elektrogeräte sicher verwenden
Die meisten Brände in Privathaushalten werden durch elektrische Geräte verursacht – oft durch veraltete oder defekte Kabel. Auch ein Toaster, bei dem alte Brotkrümel nicht regelmäßig entfernt werden, kann zur Gefahr werden. Benutzen Sie Elektrogeräte deshalb immer nach Herstellerangaben, kontrollieren Sie regelmäßig die Kabel und lassen Sie beschädigte Kabel sofort reparieren. Außerdem sollten Sie Elektrogeräte ausschalten, wenn Sie sie nicht benötigen.
Vorsicht in der Küche
Lassen Sie heiße Töpfe und Pfannen nie unbeaufsichtigt und halten Sie brennbare Gegenstände wie Handtücher oder Papier vom Herd fern. Löschen Sie einen Fettbrand niemals mit Wasser. Ersticken Sie die Flammen stattdessen mit einem Glas- oder Metalldeckel oder verwenden Sie ein Feuerlöschspray mit der Brandklasse F für Fettbrand.
Kerzen richtig handhaben
Stellen Sie Kerzen immer auf eine stabile, feuerfeste Unterlage und lassen Sie sie nicht unbeaufsichtigt brennen. Außerdem sollten Sie brennbare Materialien wie Vorhänge und Möbel von offenen Flammen und Heizgeräten fernhalten.
Rauchmelder installieren
Rauchmelder sind ein unverzichtbarer Schutz im Haushalt: Sie erkennen Rauchentwicklung frühzeitig und warnen Sie rechtzeitig vor einem Brand. In Wohnungen müssen daher Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure mit je einem Rauchwarnmelder ausgestattet sein. Denken Sie daran, die Geräte jährlich auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen.
Ein Wohnungsbrand hinterlässt nicht nur sichtbare Spuren, sondern wirft auch zahlreiche Fragen auf – von der Schadensregulierung über die Brandschadensanierung bis hin zur Prävention. Wer die Abläufe und finanziellen Aspekte kennt, kann in einer solchen Ausnahmesituation schneller und gezielter handeln.
Doch noch wichtiger ist es, Brände von vornherein zu vermeiden. Mit dem richtigen Wissen und gezielten Schutzmaßnahmen lässt sich das Risiko erheblich reduzieren – für mehr Sicherheit und ein gutes Gefühl in den eigenen vier Wänden.